Arzneimittel auf FernreisenMedikamente, die Sie dreimal täglich einnehmen müssen, werden einfach weiter im Acht-Stunden-Rhythmus genommen. Hier ist keine Anpassung der Dosis erforderlich.Bei Medikamenten, die nur einmal oder zweimal täglich genommen werden müssen, ist eine Anpassung der Dosierung notwendig. Hierbei kommt es darauf an, in welche Richtung die Reise geht. Eine Reise nach Westen verlängert den Tag, eine Reise nach Osten verkürzt ihn. Entsprechend muss am Reisetag nach Westen die Dosis erhöht werden, bei Reisen nach Osten erniedrigt. Bei einer Zeitverschiebung von weniger als sechs Stunden nehmen Sie bei einer Reise nach Westen ein Viertel der Tagesdosis zusätzlich ein. Bei einem größeren Zeitunterschied nehmen Sie zusätzlich eine halbe Tagesdosis. Viele Tabletten haben eine Teilungsrille, so dass man sie leicht zerteilen kann. Bei einer Reise nach Osten muss die Dosis bei der ersten Einnahme nach der Ankunft reduziert werden. Bei einer Zeitverschiebung von weniger als 6 Stunden wird eine halbe Tagesdosis weniger genommen, bei noch größeren Zeitunterschieden wird nur ein Viertel der Dosis genommen. Danach wird nach Ortszeit weitergeschluckt. Wenn Sie ein Kortisonpräparat einnehmen müssen, dann sollten Sie nach 4 bis 6 Stunden Flug nach Westen eine halbe Tagesdosis zusätzlich einnehmen. Auch am Zielort wird die Kortisontablette dann weiterhin morgens genommen. Die morgendliche Einnahme ist wichtig, weil der Einnahmezeitpunkt eines kortisonhaltigen Arzneimittels auf die körpereigene Produktion von Kortison in der Nebennierenrinde abgestimmt sein muss. Beim Flug nach Osten erfolgt die Einnahme einer normalen Dosis am Morgen nach der Ankunft. Weniger einheitlich sind die Regeln für Frauen, die die Pille einnehmen. Problematisch ist vor allem die Einnahme einer „Minipille“, die jeden Tag zur selben Zeit eingenommen werden muss. Für die Patientin ist es am angenehmsten, wenn für die Dauer der Reise ein anderes Präparat verordnet beziehungsweise eine andere Methode zur Empfängnisverhütung eingesetzt wird. Ist dies nicht machbar, dann ist es im Falle eines kurzen Aufenthaltes möglich, das Präparat im ursprünglichen 24-Stunden-Rhythmus weiterzunehmen. Das kann allerdings bedeuten, dass man sich nachts einen Wecker stellen muss. Patienten, die zur Hemmung der Blutgerinnung so genannte Antikoagulanzien einnehmen, dürfen nur mit einem stabilen Quick-Wert auf die Reise gehen. Bei Reisen nach Westen mit einer Zeitverschiebung von mehr als 6 Stunden wird eine zusätzliche halbe Dosis kurz nach der Ankunft eingenommen. Bei einer Reise Richtung Osten wird die erste Dosis, die nach dem Ankommen fällig ist, halbiert. Es ist wichtig, dass der Quick-Wert spätestens 2 Tage nach der Ankunft kontrolliert wird. Diese Tipps sind nur allgemeine Regeln, die in Einzelfällen abweichende Vorschriften nötig machen. Sprechen Sie immer mit dem Arzt über die geplante Reise, und halten Sie sich an seine Vorschriften, wenn er Ihnen abweichende Informationen gibt. Apropos: Wenn Sie als Diabetiker eine Urlaubsreise planen, dann verlangen Sie doch bitte nach einem speziellen Beratungstext, den wir für Sie vorrätig haben. Weitere Informationen zu diesem Thema halten wir für Sie vorrätig. Bitte fragen Sie uns bei Ihrem nächsten Apothekenbesuch danach - wir beraten Sie gern. |
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